Die Qualität der Prompts entscheidet maßgeblich über die Qualität der Automate-Ergebnisse. Eine optimierte Formulierung von Prompts ist entscheidend für eine stabile Automatisierung.
Als grundlegende und sehr wirksame Faustregel gilt: Ein Prompt sollte so klar formuliert sein, dass ihn sogar ein Grundschulkind verstehen würde. Dieser Vergleich ist insofern treffend, dass Grundschulkinder Texte gut lesen können, aber über kein fachliches Hintergrundwissen verfügen. Sie kennen nur wenige Abkürzungen, verlieren bei zu vielen gleichzeitigen Aufgaben schnell den Überblick und werden sehr kreativ, wenn man ihnen zu viel Interpretationsspielraum lässt. Genau diese Eigenschaften spiegeln auch das Verhalten von Sprachmodellen wider, wenn Prompts zu ungenau oder zu offen formuliert sind.
Aus dieser Faustregel lassen sich mehrere Tipps ableiten, die im folgenden aufgeführt sind.
Positiv formulieren
Formulieren Sie Prompts möglichst positiv und vermeiden Sie Verneinungen. Soll beispielsweise die Dokumenttyp-Erkennung zwischen versendeten und eingegangenen Bestellungen unterscheiden, ist die Formulierung
„Bestellung, die von der Clean Power AG an ein anderes Unternehmen gestellt wurde“
klarer und robuster als
„Bestellung, die nicht von der Clean Power AG gestellt wurde“.
Wie beim menschlichen Unterbewusstsein auch, können Sprachmodelle direkte Negationen nur schwer verarbeiten. Positive, eindeutige Aussagen führen deutlich zuverlässiger zum Ziel.
Platzhalter-Werte definieren
Definieren Sie Ausweichwerte für fehlende Informationen. Da Sprachmodelle immer versuchen, eine Antwort zu liefern, erfinden sie für ein Merkmal eher einen Wert, als es leer zu lassen. Ein klar definierter Platzhalter macht fehlende Daten sichtbar und erlaubt es, in Amagno gezielt Folgeprozesse oder Prüfregeln auszulösen.
| Negativbeispiel | Positivbeispiel |
|---|---|
| „Wenn keine Ansprechperson vorhanden ist, gib nichts zurück“ | „Wenn die Ansprechperson fehlt, gib ‚UNBEKANNT‘ zurück“ |
Vollständige Begriffe verwenden
Verzichten Sie auf Abkürzungen. Ausgeschriebene Begriffe erleichtern Sprachmodellen das thematische Verständnis und reduzieren Fehlinterpretationen.
| Negativbeispiel | Positivbeispiel |
|---|---|
| USt | Umsatzsteuer |
| MHD | Mindesthaltbarkeitsdatum |
| StNr | Steuernummer |
Ausgabeformat festlegen
Legen Sie insbesondere bei Zahlen- und Datumsmerkmalen das gewünschte Ausgabeformat fest. Eine Anweisung wie „Gib den Übergabetermin als Datum zurück“ verhindert Antworten wie „in zwei Wochen“ oder „am Monatsende“, die zwar inhaltlich korrekt den Übergabetermin beschreiben, aber nicht als Datumsmerkmal genutzt werden können.
Möchten Sie Rückgabeformate noch genauer beschreiben, sind weitere Konkretisierungen möglich:
„Nutze das Format DD-MM-YYYY“
Durch klare Formatanweisungen sorgen Sie für direkt weiterverarbeitbare Ergebnisse.
Beispiele im Prompt verwenden
Nutzen Sie Beispiele, wenn trotz klarer Formulierung Interpretationsspielraum bleiben könnte. Eine präzise Vorgabe wie
„Gib alle Zeichen der Steuernummer ohne Leerzeichen und Sonderzeichen aus. Aus ‚012 / 345 / 67890′ wird ‚01234567890′.“
lässt keinen Zweifel daran, was erwartet wird.
Simpel starten und erweitern
Mithilfe der Faustregel und dieser Tipps können Sie Ihre Prompts optimal an Ihre Erwartungen anpassen. Starten Sie dabei möglichst simpel und ergänzen Sie dann anhand der Tipps, wenn das Ergebnis noch nicht zufriedenstellend ist.
Das folgende Beispiel zeigt diesen iterativen Ansatz am Merkmal „Lieferzeitpunkt“:
Schritt 1: Mit einer einfachen Beschreibung beginnen
„Lieferzeitpunkt des Artikels“
Testen Sie diesen Prompt mit einigen verschiedenartigen Beispieldokumenten, um zu prüfen, ob die Ergebnisse Ihren Ansprüchen gerecht werden. Ist das bereits der Fall, ist der Prompt fertig. Je einfacher, desto besser.
Schritt 2: Bei Bedarf ergänzen
Falls es Fälle gibt, in denen der einfache Prompt nicht genügt, ergänzen Sie ihn entsprechend:
„Lieferzeitpunkt des Artikels. Falls dieser fehlt, nutze das Lieferdatum der Rechnung.“
Schritt 3: Ausgabeformat festlegen
Möchten Sie außerdem festlegen, dass der Termin immer im gleichen Format ausgegeben wird, geben Sie auch diese Anforderung im Prompt an:
„Lieferzeitpunkt des Artikels. Falls dieser fehlt, nutze das Lieferdatum der Rechnung. Immer im Format ‚Wochentag, der DD.MM.JJJJ‘, zum Beispiel ‚Montag, der 09.03.2026′.“
So können Sie sich Schritt für Schritt der besten Formulierung annähern.
Mit vielfältigen Dokumenten testen
Neue oder geänderte Prompts sollten immer mit einer möglichst vielfältigen Auswahl an Dokumenten getestet werden, um sicherzustellen, dass sie im realen Workflow zuverlässig funktionieren. Testen Sie nicht nur mit dem Idealfall, sondern auch mit:
- Dokumenten verschiedener Lieferanten oder Geschäftspartner
- Dokumenten mit abweichenden Layouts oder Sprachen
- Dokumenten, in denen die gesuchte Information fehlt oder an ungewöhnlicher Stelle steht
Eine ausführliche Anleitung zum Testen finden Sie im Kapitel Prompt-Editor verwenden.
Weiterführende Unterstützung
Je nach Anwendungsfall können sich über diese Grundregeln hinaus weitere Best Practices ergeben. Das Amagno-Consulting unterstützt Sie gerne mit einem Blick auf Ihr konkretes Szenario. Weitere Informationen erhalten Sie über Ihren Amagno-Ansprechpartner oder über den Beratung / Consulting.
